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Amazon FBA: Was ist das, wie funktioniert es und was kosten Versand und Lager 2026

· 14 Min. Lesezeit · Bestand und Schnittstellen

Kurze Antwort: Amazon FBA (Fulfillment by Amazon, auf Deutsch „Versand durch Amazon“) bedeutet: Sie schicken Ihre Ware an Amazon-Logistikzentren, und Amazon übernimmt Lagerung, Verpackung, Versand, Kundenservice und Rücksendungen. Dafür zahlen Sie eine Versandgebühr pro verkaufter Einheit und eine monatliche Lagergebühr pro Kubikmeter, zusätzlich zu Verkaufstarif und Verkaufsgebühren. Die Lagergebühr steigt im Weihnachtsquartal deutlich, und für Ware, die zu lange liegt, kommen Aufschläge hinzu. Wer neben Amazon auch auf OTTO oder Kaufland verkauft, hat damit zwei Bestände: einen bei Amazon und einen im eigenen Lager. Umso wichtiger ist es, Bestand und Bestellungen von Amazon.de, OTTO und Kaufland in einem Dashboard im Blick zu behalten.

Was ist Amazon FBA?

Amazon beschreibt Versand durch Amazon als sein „Lager-, Versand- und Kundendienstprogramm“. Mit „Versand“ ist dabei die gesamte Abwicklung gemeint: Empfang, Lagerung, Entnahme, Verpackung, der Versand an die Kundschaft und auch Rücksendungen und Umtausch.

Das Gegenstück heißt FBM (Fulfillment by Merchant, Versand durch Händler): Die Ware bleibt bei Ihnen, und Sie versenden selbst. Beides geht laut Amazon parallel, also ein Teil Ihrer Produkte über FBA und der andere in Eigenregie. Produkte mit FBA können sich für das Prime-Logo qualifizieren; für Artikel, die sich nicht für FBA eignen, gibt es „Prime durch Verkäufer“ (Seller Fulfilled Prime).

Wichtig: Auch wenn Amazon lagert und versendet, bleiben Sie Vertragspartner Ihrer Kunden. Und die Verantwortung für die Produktsicherheit nach der EU-Produktsicherheitsverordnung (GPSR), die seit Dezember 2024 gilt, liegt laut Amazon weiter bei Ihnen.

Wie funktioniert Amazon FBA?

Der Ablauf hat laut Amazon wenige Schritte:

  1. Verkäuferkonto anlegen und in Seller Central prüfen, ob Sie für FBA registriert sind.
  2. Angebote erstellen oder bestehende Angebote auf FBA umstellen.
  3. Versandplan erstellen: Produkte und Mengen auswählen, die Einheiten nach Amazons Vorgaben kennzeichnen und verpacken und an das zugewiesene Logistikzentrum schicken.
  4. Eingang abwarten: Sobald Amazon die Ware erfasst hat, ist Ihr Angebot als FBA-Angebot live.
  5. Verkaufen: Amazon verpackt und versendet jede Bestellung mit Sendungsverfolgung und kümmert sich um Rücksendungen und Erstattungen.

Ihre Sendung durchläuft dabei die Status Zugestellt (angekommen, aber noch nicht eingecheckt), Eingecheckt, Empfang (die Einheiten werden gescannt) und Geschlossen. Schicken Sie keine Ware mehr in eine geschlossene Sendung: Laut Amazon kann das zu zusätzlichen Gebühren führen, und der Bestand wird womöglich nicht richtig erfasst.

Retouren prüft Amazon im Logistikzentrum. Ist ein Artikel verkaufsfähig, kommt er zurück in Ihren Bestand. Ist er es nicht, prüft Amazon, wer den Schaden verursacht hat.

Was kostet Amazon FBA?

Die Kosten setzen sich aus mehreren Teilen zusammen:

  • Verkaufstarif: Einzelanbieter zahlen 0,99 € pro verkaufter Einheit, der Tarif Professionell kostet 39 € im Monat (exkl. MwSt.).
  • Verkaufsgebühren: je nach Kategorie, laut Amazon meist zwischen 8 % und 15 %.
  • FBA-Versandgebühr: eine Pauschale pro verkaufter Einheit nach Produkttyp, Größe und Gewicht. Sie deckt Verpackung, Versand, Abwicklung, Kundenservice und Rücksendungen. Die genauen Beträge stehen in Amazons herunterladbaren Gebührentabellen.
  • Lagergebühr: monatlich pro Kubikmeter (siehe unten).

Zwei Änderungen sollten Sie 2026 kennen: Seit dem 17. April 2026 erhebt Amazon im deutschen Store einen Treibstoff- und Logistikaufschlag von 1,5 % auf die FBA-Versandgebühren. Und für die meisten Produkte bis 20 € gelten die Niedrigpreistarife von FBA; sie greifen automatisch, ohne gesonderte Anmeldung.

Wie die Summe aussehen kann, zeigt Amazon selbst an zwei Beispielen: Für ein Handy zu 500 € nennt die Seite 0,02 € Lagerkosten und 4,54 € Abwicklungskosten pro Einheit, für einen Holzschrank zu 400 € 3,32 € Lagerkosten und 15,39 € Abwicklungskosten. Amazon schreibt dazu, dass die Beispiele der Veranschaulichung dienen und die Gebühren abweichen können.

Amazon FBA Lagerkosten: Lagergebühren 2026

Die Lagergebühr berechnet Amazon monatlich nach dem durchschnittlichen täglichen Volumen Ihrer Ware in Kubikmetern, gemessen an der versandfertig verpackten Einheit. Laut Preisseite gilt für nicht gefährliche Güter:

  • Standardgröße: Kleidung und Accessoires, Brillen, Schuhe, Rucksäcke, Handtaschen — Januar–September: 19,99 € pro m³; Oktober–Dezember: 29,23 € pro m³
  • Standardgröße: alle anderen Kategorien — Januar–September: 27,54 € pro m³; Oktober–Dezember: 52,20 € pro m³
  • Übergröße — Januar–September: 21,78 € pro m³; Oktober–Dezember: 34,49 € pro m³

Für Gefahrgüter liegen die Sätze höher (Standardgröße 30,00 € und 50,51 €, Übergröße 27,50 € und 43,89 € pro m³). Bei Standardware ohne Kleidung kostet derselbe Kubikmeter im vierten Quartal also fast das Doppelte.

Dazu können weitere Kosten kommen:

  • ein Aufschlag für Altbestand für Einheiten, die länger als 241 Tage im Logistikzentrum liegen,
  • ein Aufschlag für die Lagernutzung, wenn Ihr Lagernutzungsgrad mehr als 22 Wochen beträgt (durchschnittliches tägliches Lagervolumen geteilt durch das durchschnittliche tägliche Versandvolumen der letzten 13 Wochen),
  • Überbestands- und Remissionsauftragsgebühren sowie eine Gebühr für geringe Lagerbestände.

Beispielrechnung (Annahme)

Angenommen, Sie lagern 300 Einheiten eines Haushaltsartikels der Standardgröße, jede Einheit misst verpackt 20 × 15 × 10 cm. Das sind 0,003 m³ pro Einheit und 0,9 m³ insgesamt.

  • Lagergebühr im Mai: 0,9 × 27,54 € = 24,79 €
  • Lagergebühr im November: 0,9 × 52,20 € = 46,98 €

Pro Einheit sind das rund 8 bzw. 16 Cent im Monat, solange sich die Ware verkauft. Liegt sie aber ein Jahr, zahlen Sie zwölf Monatsgebühren und ab Tag 241 zusätzlich den Altbestands-Aufschlag.

Bestand bei Amazon im Griff behalten

Viele FBA-Kosten entstehen nicht beim Verkauf, sondern durch Ware, die zu lange liegt. Amazon stellt dafür einige Kennzahlen bereit:

  • Abverkaufsquote: verkaufte und versendete Einheiten der letzten 90 Tage geteilt durch den durchschnittlichen Bestand.
  • Überschüssiger Lagerbestand: der Anteil Ihrer Einheiten, für die Sie Vorrat für mehr als 90 Tage haben. Er wirkt sich negativ auf den Lagerbestandsindex (IPI) aus.
  • Lagerbestand ohne aktive Angebote: Ware, für die Sie Lagergebühren zahlen, die aber nicht verkauft werden kann, weil das Angebot inaktiv ist.
  • Auffüllfunktion: Vorschläge, welche Produkte Sie wann und in welcher Menge nachschicken sollten.

Die Faustregel: lieber öfter kleinere Mengen schicken als einmal den Jahresbedarf, vor allem vor dem teuren vierten Quartal. Läuft ein Artikel bei Amazon aus, verlieren Sie außerdem schnell Sichtbarkeit; wie Bestand, Preis und Lieferzeit zusammenspielen, erklärt unser Beitrag zur Amazon Buy Box.

Amazon FBA starten: Vorteile für neue Verkäufer

Amazon gibt neuen Verkäufern beim Start mit FBA einige Erleichterungen. Laut FBA-Seite gehören dazu das Programm für neue Artikel (kostenlose monatliche Lagerung, kostenlose Remissionen und kostenlose Retourenabwicklung für berechtigte neue ASINs), eine Befreiung von der Lagerplatznutzungsgebühr in den ersten 365 Tagen nach Eingang des ersten FBA-Bestands und für Pan-EU-Verkäufer eine Befreiung von der Gebühr für geringe Lagerbestände in den ersten 365 Tagen. Voraussetzung: Ihre erste FBA-Lieferung geht innerhalb von 90 Tagen nach Ihrem ersten Angebot ein. Die Konditionen ändern sich regelmäßig; prüfen Sie den aktuellen Stand in Seller Central.

Umsatzsteuer: Wer als Unternehmen auf Amazon.de verkauft, braucht laut Amazon in der Regel eine deutsche Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Lagern Sie zusätzlich in anderen EU-Ländern, etwa über den paneuropäischen Versand (aktiviert, wenn Sie in mindestens zwei Ländern wie Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien oder Polen lagern), kann dort eine weitere Registrierung nötig werden. Klären Sie das mit Ihrer Steuerberatung.

FBA und andere Marktplätze: zwei Bestände, ein Überblick

Sobald Sie auf mehreren Kanälen verkaufen, wird FBA zur Bestandsfrage. Ware im Amazon-Logistikzentrum steht für Amazon-Bestellungen bereit, aber nicht automatisch für OTTO oder Kaufland. Sie haben zwei Möglichkeiten:

1. Bestand aufteilen: Ein Teil liegt bei Amazon, der Rest in Ihrem Lager für die anderen Marktplätze. Das ist einfach, aber Sie müssen beide Bestände getrennt im Blick behalten. Läuft das eigene Lager leer, während bei Amazon noch genug liegt, verschenken Sie Umsatz; stimmt der Bestand auf OTTO oder Kaufland nicht, drohen Überverkäufe und Stornos. Was solche Fehler bei Kaufland kosten, zeigt unser Überblick zu den Kaufland Gebühren.

2. Multi-Channel-Versand (MCF): Mit Amazons Multi-Channel-Versand nutzen Sie Ihren Amazon-Bestand auch für Bestellungen aus anderen Kanälen, laut Amazon etwa aus dem eigenen Shop, aus Social-Media-Shops und von anderen Marktplätzen. Die Sendungen gehen in neutraler Verpackung ohne Amazon-Logo raus, als Express (1–2 Werktage) oder Standard (2–3 Werktage). Wer bereits Ware in einem Logistikzentrum hat, braucht keine zusätzliche Registrierung; Aufträge legen Sie einzeln in Seller Central an, per Sammel-Upload oder über eine Integration. Die Gebühr richtet sich nach Produktgröße und Bestimmungsort. Prüfen Sie vorher, ob die Versandregeln Ihres anderen Marktplatzes zu dieser Lösung passen.

In beiden Fällen gilt: Für jeden Artikel sollte klar sein, wie viel davon wo liegt und auf welchem Kanal er angeboten wird. Eine einheitliche Artikelnummer (SKU) auf allen Marktplätzen ist dafür die Grundlage.

Wie Pratienda Ihnen hilft

Pratienda führt Ihre Marktplätze in einem Dashboard zusammen:

  • Bestands- und Produktabgleich: Pratienda erkennt dasselbe Produkt auf allen Marktplätzen anhand der Artikelnummer (SKU) und führt es in einer Produktkarte zusammen. Verkauft sich ein Artikel auf einem Marktplatz, sinkt der Bestand auch auf den anderen. Weniger Überverkäufe und Stornierungen.
  • Bestellverwaltung: Bestellungen aller Marktplätze in einer Liste, mit ihrem Status.
  • Kundenfragen: Fragen von allen Marktplätzen auf einem Bildschirm sehen und beantworten.
  • Gebührenanalyse und tatsächlicher Gewinn (Pro-Paket): damit Sie sehen, was nach den Gebühren übrig bleibt.
  • Repricing und Buy-Box (Pro-Paket): Preisvorschläge, ohne Ihren Mindestpreis zu unterschreiten; ohne Ihre Freigabe ändert sich kein Preis.

Die Anbindung an Ihre Marktplätze richten wir gemeinsam mit Ihnen ein. Starter kostet 59 USD im Monat und Pro 149 USD (zzgl. MwSt.); die Gebühren der Marktplätze und von Amazon FBA kommen separat hinzu.

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Häufige Fragen

Was ist Amazon FBA einfach erklärt?
Sie schicken Ihre Ware an Amazon, Amazon lagert sie und übernimmt Verpackung, Versand, Kundenservice und Rücksendungen. Sie zahlen dafür eine Versandgebühr pro verkaufter Einheit und eine monatliche Lagergebühr.

Wie hoch sind die Amazon FBA Lagergebühren?
Laut Amazon-Preisseite für Standardware (ohne Kleidung) 27,54 € pro Kubikmeter und Monat von Januar bis September und 52,20 € von Oktober bis Dezember. Für Kleidung, Übergröße und Gefahrgut gelten andere Sätze; für Ware, die länger als 241 Tage liegt, kommt ein Aufschlag hinzu.

Kann ich FBA und eigenen Versand kombinieren?
Ja. Amazon erlaubt, einen Teil der Produkte über FBA und den anderen selbst zu versenden. Mit dem Multi-Channel-Versand können Sie Ihren Amazon-Bestand außerdem für Bestellungen aus anderen Kanälen nutzen.


Quellen: Amazon Verkaufen (sell.amazon.de), Seiten „Versand durch Amazon“, „Preisgestaltung“ und „Multi-Channel-Versand“; gelesen am 27. Oktober 2026. Amazon ändert Gebühren und Programme regelmäßig; maßgebend sind Seller Central und die aktuellen Gebührentabellen. Dies ist keine Steuer- oder Rechtsberatung.